Fit fürs Leben

 

Mit Kampfsport die Angriffe des Alltags abwehren. Kampfsportarten, wie Taekwondo, liegen im Trend und das aus gutem Grund, können diese doch bei weitem mehr, als die körperliche Gesundheit fördern. Wir möchten aufklären, wie Sie/Ihr mit Taekwondo, die „Angriffe des Alltags“ besser abwehren könnt.

 

Wie schlecht das Wetter auch sein mag, 4x die Woche scheint in unserem Dojang die Sonne – obwohl auf den ersten Blick gar nichts für Sonnenschein spricht: Da wird getreten, geschrien, gesprungen, auf Polster lauthals geschlagen. Alltag im Taekwondo. Was brutal und laut klingt, ist nichts weiter, als die Vorbereitung auf die Querschläger des Lebens, ein Training für den Ernstfall sozusagen. Denn Taekwondo bereitet vor auf das alltägliche Kräftemessen im Beruf, zu Hause, in der Schule. Taekwondler stehen auf der Sonnenseite, denn:

 

Sie sind selbstbewusst, gelassen, fit! Sie wissen, was sie wollen und finden den Weg zum Ziel!

 

Die eigenen Ziele verfolgen
Ziele sind das Um und Auf im Leben: Sie motivieren und machen unser Tun sinnvoll. Wer ein Ziel hat und es erreichen möchte, der kämpft gemeinhin. Kampfsport kann dabei hilfreich sein – oder sogar der erste Anstoß, endlich einmal Ernst zu machen. „Man kann für alles im Leben kämpfen, ohne mit den Fäusten hinzuschlagen“, sagt der Sportpsychologe und Kampfsporttrainer Mag. Thomas Bencsik. Dennoch sind es die Fäuste, die dabei helfen können, Kampfsport als Training für das Leben zu begreifen.„Ich kann zum Beispiel eine Bewerbung als Kampf betrachten: Wenn ich etwas erreichen möchte, dann muss ich selbst etwas dafür tun. Und wenn ich etwas tue, dann mache ich es für mich – und werde immer besser. Mein Handeln hat also eine Wirkung“, erklärt Bencsik. Jugendliche lernen so, für ihre Ziele zu kämpfen und Rückschläge als neuen Startpunkt zu erkennen. Und es sind bei weitem nicht die Jugendlichen allein, die von Kampfsport jeglicher Disziplin profitieren.

Stark gegen Mobbing
Kampfsport stärkt Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen. „Wer Kampfsport trainiert, der lernt, aufrecht zu gehen“, sagt Prim. Univ. Prof. DDr. Josef Niebauer, MBA, Vorstand des Instituts für Sportmedizin des Landes Salzburg und selbst aktiver Taekwondo-Sportler seit über 30 Jahren. „Man hat eine gewisse Art aufzutreten, ist nicht mehr Opfer.“
Täter suchen sich Opfer. Im Arbeits- und auch im Schulalltag treffen beide Typen immer wieder aufeinander: Es kommt zu psychischen Angriffen, also zu Mobbing, und/oder zu körperlicher Gewalt. Wer in diesem Strudel nicht untergehen möchte, muss sich wehren. Und genau hier setzt der Kampfsport an: „Man lernt, sich zu verteidigen und Grenzen zu setzen“, schildert Bencsik. Auf wundersame Weise scheint sich das körperliche Training wie von selbst vorteilhaft auf die Psyche auszuwirken.

Weniger Aggressionen, weniger Streß
Und kommt es trotz starken Auftretens dennoch zum Konflikt, reagieren Kampfsportler gelassen. Sie warten ab. „Man lernt, zu beobachten und dosiert zu reagieren“, sagt der Sportarzt Josef Niebauer. In einer Situation, in der der Gegner auf körperliche Gewalt aus ist, hat der Kampfsportler durch seine besonnene Art Zeit zum Verhandeln. „Man ist nicht gezwungen, aus Angst gleich zuzuschlagen.“
Für das Zuschlagen ist die Trainingshalle der richtige Ort. Hier kann alle Aggression in Richtung Gegner oder Schlagpolster donnern – gleichzeitig wirbelt der Stress gleichsam zum Fenster hinaus. Dort gehört er hin. Kampf­sportler brauchen keine Schulhöfe oder Discos, um ihre Kräfte zu messen: Sie kämpfen in der Taekwondo-Schule. „Taekwondo produziert keine Schläger“, versichert Florian Strehle, Schulleiter des Seong Taekwondo „Wir haben an unserer Schule einen klaren Kodex: Wer sich prügelt, der fliegt raus!“

Den Körper gesund halten
Bei allen positiven psychischen Effekten kommt ein weiterer wichtiger Aspekt im Taekwondo nicht zu kurz: die körperliche Gesundheit. Taekwondo steigert die Koordination, fördert das Gleichgewicht, verbessert Körperkontrolle und Gelenkigkeit.
Voraussetzung für einen guten Effekt ist regelmäßiges Training: Der Sportmediziner empfiehlt zwei bis drei Mal pro Woche. „Ein Mal ist besser als gar nichts, aber wenn man sich entwickeln möchte, muss man zwei Mal pro Woche trainieren.“ Wer das tut, hat seine Fitness nach einem halben Jahr sicher verbessert. Wer also jetzt mit dem Training beginnt, für den scheint im Winter sicher auch noch die Sonne.
Enthält Auszüge aus dem Interview von „Medizinpoplär“